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Linde: Mit flexiblen Schleppzuglösungen noch näher am Kunden


 

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Auf der Kundenveranstaltung „World of Material Handling" in Mainz stellte Linde Material Handling (MH) zwei neue Logistikzug-Lösungen vor. Sowohl der Linde Logistic Train als auch der Linde Factory Train sind für den mo-dernen, getakteten Materialfluss in Produktionsbetrieben entwickelt und verfügen über ein Höchstmass an Flexibilität und Komfort.

Vorreiter der synchronisierten Produktionsversorgung ist die Automobilin-dustrie. Doch immer öfter kommen die platzsparenden Logistikzüge von Linde, bestehend aus einem Kompaktschlepper mit drei, fünf oder sechs Tonnen Zugleistung und einem oder mehreren Lastanhängern bzw. Modu-len auch in anderen Industriebranchen zum Einsatz.

Beide Schleppzuglösungen von Linde sind komplette Neuentwicklungen. Gemeinsam sind dem Logistic Train und dem Factory Train deren hohe Spurtreue und Wendigkeit. Und im Unterschied zu den meisten Lösungen am Markt kommen beide ohne Mittelbockachse aus, was die Fahrzeuge sehr flexibel hinsichtlich der aufzunehmenden Gebinde macht.

Haupteinsatzbereich des Linde Logistic Trains sind Hallen mit relativ ebe-nen Böden. Jedes einzelne Rad der modular aufgebauten Lastanhänger ist gefedert, um Fahrbahnunebenheiten auszugleichen, zudem absorbie-ren dicke Laufbeläge der Räder Stösse. Beides zusammen sorgt für ein stabiles, lastschonendes Fahrverhalten. Aufgrund des Raddurchmessers von 200 bzw. 250 Millimetern ist der Linde Logistic Train aber nur bedingt für den Outdoor-Betrieb geeignet. Mit der neuen Baureihe weiter gewachsen ist die Variantenvielfalt der Anhänger. Neben C-Rahmen und Bügel-Rahmen sowie einer Plattform-Ausführung sind auch Kundeneinzellösun-gen sowohl für Anhänger (z.B. Bügelwagen-Anhänger ohne Hub) als auch Palettenrollgestelle (sog. Dollies) möglich. Für die am häufigsten zum Ein-satz kommenden C-Rahmen stehen unterschiedliche Abmessungen zur Wahl, um mit einem oder auch zwei Gabelsätzen sowohl Europaletten, Halbpaletten, doppelte Europaletten als auch Industriepaletten aufneh-men zu können. Überdies erleichtern dem Bediener verschiebbare Gabeln die Aufnahme der Warenträger. Ein besonderer Vorteil ergibt sich aus der flachen Bauweise des Linde Logistic Trains, denn es lassen sich auch Teile transportieren, die über den Rahmen hinausragen. Die Lenkung erfolgt wahlweise mechanisch oder elektrisch über alle vier Räder oder mecha-nisch über zwei Räder, zudem können die Anhänger auch mit zwei Schwenk- und zwei Bockrollen ausgerüstet werden. Anhänger ohne Hub-vorrichtung haben generell elektrisch überwachte Dolly-Verriegelungen.

Das bodenfreie Anheben der Dollies erledigen wartungsfreie Spindelhub-antriebe, wobei die maximale Tragfähigkeit bei 2.000 Kilogramm liegt. Zum Lösen der Paletten-Rollgestelle senkt der Bediener diese entweder über einen Fussschalter direkt am Anhängerrahmen oder vorn an der Bedien-einheit des Schleppers. Gleichzeitig wird aus Sicherheitsgründen automa-tisch die Fahrfunktion verriegelt. Exakt auf Spur hält den Logistic Train eine spielfreie Anhängerkupplung. Für eine Kehrtwende reichen ihm vier Meter Wendekreis, so dass er auf 2,3 Meter breite Nebenfahrwege sicher ab-biegt. Servicefreundlich machen das Fahrzeug die CAN-Bus Steuerung sowie die Verwendung von Qualitätsteilen aus der Serienfertigung.

Das zweite Schleppzug-System, der Linde Factory Train, ist ein modular aufgebauter Zug mit standardisierten Basis-Modulen. Der komplette Zug besteht aus einem Anfangsmodul, einem oder mehreren Hauptmodulen und einem Endmodul. Unterschiedliche Warenträger wie C-, E-, QS- oder Bügel-Rahmen werden bei diesem Konzept jeweils zwischen zwei standar-disierten Modulen spielfrei verriegelt. Da sie sich jederzeit austauschen las-sen, bleibt der Anwender denkbar flexibel hinsichtlich sich ändernder An-forderungen. Die elektrischen Funktionen der Module Lenken, Heben und Senken werden über eine CAN Bus Steuerung realisiert. Im Unterschied zum Linde Logistik Train ist der Factory Train auch für Materialtransporte auf unebenen Fahrwegen im betrieblichen Aussenbereich zwischen Produkti-onshallen geeignet. Dafür sorgt eine entsprechende Bodenfreiheit der Module, die über SE-Reifen mit 250 bzw. 306 Millimeter Durchmesser verfü-gen. Nicht zuletzt deshalb wurde bei dieser Schleppzug-Lösung grosses Augenmerk auf den optionalen Wetterschutz und dessen ergonomische Handhabung gelegt. Mit einer Hand und ohne sich zu bücken öffnet der Bediener am Warenträger den selbsttätig hoch laufenden Vorhang der Wetterschutzkabine.

Das Ausheben der Warenträger übernimmt ein elektrischer, stufenlos ein-stellbarer Hubantrieb, der am Modul über einen Hubbedientaster kontrol-liert wird. Dabei lassen sich alle Funktionen wahlweise auch über das Be-dienpult am Schlepper ansteuern. Für Sicherheit im Einsatz sorgen die au-tomatische Schlepperverriegelung bei abgesenktem Warenträger sowie die reduzierte Kurvengeschwindigkeit, welche anhält, bis sich die Achse des letzten Moduls wieder in Geradeausstellung befindet. Um die Fahrt in Kurven zu erleichtern und den benötigten Wenderadius so klein wie mög-lich zu halten, lässt sich der Lenkwinkel zwischen zwei Warenträgern auf 120°Grad erweitern. Eine Besonderheit neben der bedingten Möglichkeit zur Rückwärtsfahrt ist der optional verfügbare ‚Hundegang‘. Mit dieser Funktion lässt sich der gesamte Zug schräg seitlich verfahren.

Wie die beiden Linde Trains im Einzelnen ausgestaltet sein sollten, ent-scheiden Kriterien wie Beschaffenheit, Breite und Gefälle des Fahrweges, die Art des Lagers (z.B. Kühlhaus, Reinraum oder Lebensmittel) sowie Ab-messung, Gewicht, Schadensanfälligkeit und Art der Gebinde-Verpackung. Und nicht zuletzt spielen die Fahrtroute und die Organisation der übrigen innerbetrieblichen Logistik eine wichtige Rolle, welche Lösung am besten zu den Anforderungen passt. 

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